2021

Artikel Nr. 6

ECHT HECHT

WELTWEIT MAGAZIN

IM AUGE DES BETRACHTERS 

Die Kolumne mit dem besonderen Augenmerk

Von Norbert Hecht (damals noch ohne dem Zusatz: "Die Kolumne mit dem besonderen Augenmerk," erschien 2005/2006 in der Deutschen Tageszeitung "Ebersberger Zeitung", Landkreisausgabe des "Münchner Merkur". In dieser seiner eigenen Rubrik machte er sich Gedanken zu streitbaren Themen der Zeit, wie "Darf die Kunst für Politik werben?", Sterbehilfe oder Gleichberechtigung von Frauen...

Anläßlich einer Anfrage, in Form eines literarischen Beitrags am "Markt² Schwabener KUNST PFAD" mit zu wirken, entschloß er sich kurzerhand seine Kolumne wieder aufzunehmen. Seit Februar 2021, heißt es hier an dieser Stelle (jeden dritten Sonntag im Monat) wieder: IM AUGE DES BETRACHTERS von Norbert Hecht.

Aktueller Artikel vom 18.07.2021

IM AUGE DES BETRACHTERS 

Die Kolumne mit dem besonderen Augenmerk

Braucht es (wieder) einen Weltnaturtag?

VON 

Sind es nur Wetterkapriolen? Oder ist der Klimawandel nach und nach, wie auch unleugbar nun auf der ganzen Welt angekommen. In Sibirien, Australien und Nordamerika gibt es immer öfter und länger anhaltende Hitzewellen. So sind es dort auch immer öfter Waldbrände, die in noch nie dagewesenen Größenordnungen verheerende Schäden an Mensch, Tier und Natur verursachen. Aber auch in Europa zog erst kürzlich im Juni ein Tornado, eine Schneise der Verwüstung in Südmähren. 

Nach den Hitze- und Dürre-Perioden der Vergangenheit in Mecklenburg-Vorpommern gingen jetzt in Westdeutschland solch Wassermassen hernieder, dass sie die Tatsache, wie auch Vorstellung eines Jahrhundertwassers bei weitem übersteigen. Viele der Betroffenen, die buchstäblich vor einem Scherbenhaufen ihrer Existenz stehen, sind heilfroh, trotz allem am Leben zu sein. Neben großer Zerstörung, wie auch an menschlichem Leid sind in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bereits über 140 Tote zu beklagen. In der „ZDF Spezial“ Ausgabe: „Hochwasser im Westen“ vom 17.07.2021, sagte der 81jährige Johann Plass, in dessen Haus es geradezu verheerend aussieht: „Ist gar nicht schlimm, wenn die Natur unsere Grenzen auch mal aufzeigt. Was wir als Mensch alles können, wozu wir in der Lage sind. Vielleicht kommen wir nochmal vernünftig auf den Boden zurück.“

Auch die Niederlande hat es schwer getroffen. In Belgien spricht man gar von den schwersten Überflutungen der Geschichte. Jüngst wurden auch in Sachsen mehrere Orte überschwemmt. In Bayern gingen im Berchtesgadener Land ebenfalls solche Wassermassen hernieder, dass auch dort der Katastrophenstand ausgerufen wurde. Zwar reden immer mehr Politiker von Umweltschutz, allerdings passiert nach wie vor einfach zu wenig, als auch zu langsam. Zu schnell ist meist nach einer Natur-Katastrophe wie auch alles vom Klimawandel und was dagegen zu tun ist, vergessen. 

So scheint es nicht verwunderlich, dass der World Nature Day – Weltnaturtag, der einst am 17. Juli begangen wurde, bereits ein vergessener Welttag ist. Genannter Tag wurde 2010 von der WNO (World Nature Organization – Weltnaturorganisation) ins Leben gerufen. Jedoch ist der Weltnaturtag, wie auch die WNO nicht mehr präsent als auch vergessen. Ursprünglich 2010 ins Leben gerufen von Ländern des Globalen Südens, von denen einige bereits unter Dürre und Meeresspiegel-Anstieg litten, um eine Vorbereitungskommission zu beauftragen. Die WNO wurde 2017 von der UN als ansprechbare Nichtregierungsorganisation ausgelistet. Die Begründung lautete: „Ausschluss wegen mangelnder Kommunikation der Fortschritte.“

Man mag sich nun durchaus fragen: Warum hat die WNO einfach nicht besser kommuniziert? Es liegt doch offensichtlich auf der Hand, weil es schlichtweg nichts an Erfolgen zu berichten gibt. Zum Kommunizieren gehört zwangsläufig auch zuzuhören. Wir sollten alle einfach mal mehr auf die Natur hören. Nicht nur zum Ausgleich vom Stress und Lärm unserer schnelllebigen Zeit. Vielmehr öfters mal ganz bewusst hinhören, was für wunderschöne Klänge die Natur doch zu bieten hat. Sei es das Gezwitscher der Vögel, das Summen einer Biene oder Hummel, das Plätschern eines Baches, das Rauschen des Windes in den Bäumen… um auch sensibler für die Natur mit ihrer schier atemberaubenden Schönheit und Vielfalt zu werden. Denn das, was uns bisher an Naturkatastrophen widerfährt, kann man durchaus als ein lauter werden, quasi ein sich Gehör verschaffen von Mutter Natur betrachten. Doch wir hören immer noch nicht richtig zu bzw. verstehen immer noch nicht, was uns Mutter Natur sagen will. Falls es denn nicht längst viel zu spät ist, hat es die Menschheit auch nicht verdient, weiter zu existieren, falls wir unsere respektlose Lebensweise der Natur gegenüber nicht schnellst möglichst ändern. Diese Aussage ist doch aber mehr als übertrieben und als ob die Natur auch reden könnte. Aber das ist natürlich wie immer Ansichtssache und liegt somit im Auge des Betrachters.